Ozeanversauerung

Die Ozeanversauerung steht in enger Beziehung zum Klimawandel. Sie wird daher häufig auch als dessen böser Zwilling bezeichnet. Denn in beiden Fällen lassen sich aufkommenden Probleme auf die anthropogene Anreicherung der Atmosphäre mit CO2 zurückführen. Die Ozeane bedecken rund zwei Drittel der Oberfläche unseres Planeten. Seit Beginn der Industrialisierung haben sie circa 30 Prozent aller anthropogen verursachten CO2-Emissionen aufgenommen. Sie gelten daher als wichtiger Kohlenstoffspeicher und haben bislang den Klimawandel abgebremst. Die dabei stattfindenden chemischen Prozesse haben jedoch negative Konsequenzen für viele Lebewesen im Meer und die maritime Artenvielfalt.

Die Grenze ist aktuell überschritten.

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FAQ …

Hier beantworten wir die wichtigsten Fragen zur Planetaren Grenze Ozeanversauerung. Sie steht in enger Beziehung zum Klimawandel und wird daher häufig als dessen „böser Zwilling“ bezeichnet.

Die Ozeanversauerung beschreibt die chemische Veränderung des Meerwassers durch die Aufnahme von CO₂ aus der Atmosphäre. Die Ozeane haben seit Beginn der Industrialisierung einen großen Teil der menschengemachten CO₂-Emissionen aufgenommen und dadurch den Klimawandel abgebremst. Die dabei stattfindenden chemischen Prozesse haben jedoch negative Folgen für viele Lebewesen im Meer und die maritime Artenvielfalt.

Um den Prozess der Ozeanversauerung zu untersuchen, wird nicht direkt der pH-Wert als Kontrollvariable verwendet, sondern die mittlere globale Aragonit-Sättigung im Oberflächenwasser. Aragonit ist ein Calciumcarbonat und ein wichtiger Baustein für kalkbildende Organismen wie Muscheln, Korallen und Schnecken. Die Aragonit-Sättigung wird in Omega-Einheiten ausgedrückt. Der Grenzwert liegt bei 2,75 Omega-Einheiten. Seit 2025 ist der sichere Handlungsraum dieser Grenze überschritten.

Die Versauerung der Meere bedroht die Lebensgrundlage vieler Lebewesen, insbesondere von Organismen, die Kalkschalen oder Skelette bilden. Dadurch geraten auch komplexe Nahrungsketten unter Druck. Zugleich kann die natürliche Senkenfunktion der Ozeane abnehmen: Je saurer und wärmer das Wasser wird, desto weniger weiteres CO₂ können die Meere aufnehmen.

Der Abbau der Ozonschicht betrifft vor allem die Biosphäre, weil mehr schädliche UV-Strahlung auf die Erdoberfläche gelangen kann. Diese Strahlung kann Menschen, Tiere und Pflanzen schädigen. Zugleich gibt es Bezüge zum Klimasystem, da Veränderungen in der Stratosphäre auch atmosphärische Zirkulationsmuster beeinflussen können.

Politisch ist der wichtigste Hebel die Verringerung von CO₂-Emissionen, weil die Ozeanversauerung dieselbe Ursache hat wie der Klimawandel. Hinzu kommen Maßnahmen zum Schutz mariner Ökosysteme, etwa Meeresschutzgebiete, nachhaltigere Fischerei, die Verringerung von Schadstoffeinträgen und der Schutz von Küstenlebensräumen.

 

Alles, was den Klimawandel bremst, hilft auch gegen die Ozeanversauerung. Zusätzlich kann man den Druck auf Meeresökosysteme verringern: Plastik vermeiden, Müll richtig entsorgen, nachhaltige Produkte wählen und Meeresschutz politisch oder zivilgesellschaftlich unterstützen.

Neun Grenzen. Neun Perspektiven auf das Erdsystem.

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