Veränderung in Süßwassersystemen

Eine ausreichende Versorgung mit Süßwasser ist für Menschen, Tiere und Pflanzen eine essenzielle Daseinsvoraussetzung. Das Konzept der planetaren Grenzen unterscheidet dabei zwischen blauem und grünem Wasser. Letzteres meint Wasser, das Pflanzen zur Verfügung steht. Darunter fallen Regen, Verdunstung und Bodenfeuchte.

Blaues Wasser hingegen umfasst die Bereiche des Grund- und Oberflächenwassers. Dies ist bspw. das Wasser in Seen, Flüssen und Feuchtgebieten sowie das in Eisform gebundene Wasser in Gletschern oder Polkappen. Drastische Veränderungen der Süßwassersysteme führen zu veränderten regionalen Gegebenheiten. Allen voran kommt es vermehrt zu Trockenheit und Dürren.

Die Grenzen für beide Bereiche werden aktuell überschritten.

Die Grenze erkunden

In der virtuellen Ausstellung kannst du die Planetare Grenze Schritt für Schritt erkunden. Du bewegst dich durch verschiedene Räume, klickst Inhalte an und entscheidest selbst, was du dir genauer anschauen möchtest.

FAQ …

Hier beantworten wir die wichtigsten Fragen zur Planetaren Grenze der Süßwassersysteme. Süßwasser ist eine essenzielle Daseinsvoraussetzung für Menschen, Tiere und Pflanzen.

Eine ausreichende Versorgung mit Süßwasser ist für Menschen, Tiere und Pflanzen unverzichtbar. Das Konzept der Planetaren Grenzen unterscheidet dabei zwischen blauem und grünem Wasser. Grünes Wasser bezeichnet das in Böden gespeicherte Regenwasser, das Pflanzen aufnehmen und verdunsten. Blaues Wasser umfasst Grund- und Oberflächenwasser, also etwa Seen, Flüsse, Feuchtgebiete, Gletscher und Polkappen.

Zur Bestimmung dieser Grenze werden die Entwicklungen beim grünen und beim blauen Wasser im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter betrachtet. Als Messgröße dient nicht die verfügbare Wassermenge in Litern. Stattdessen wird die eisfreie Landoberfläche betrachtet: Es wird untersucht, wo Wasserabfluss oder Bodenfeuchte dauerhaft stark verändert sind. Die Grenzwerte werden für blaues und grünes Wasser aktuell überschritten.

Drastische Veränderungen der Süßwassersysteme führen zu veränderten regionalen Gegebenheiten. Besonders deutlich wird dies durch mehr Trockenheit und Dürren, aber auch durch Starkregen und Überschwemmungen. Veränderungen der Wasserkreisläufe können außerdem andere Erdsystemprozesse destabilisieren, etwa den Amazonas-Regenwald, den Monsun oder boreale Nadelwälder.

Veränderungen der Süßwassersysteme sind eng mit Klimawandel, Landnutzung und der Integrität der Biosphäre verbunden. Der Klimawandel verändert Niederschläge, Dürren und Überschwemmungen. Landnutzungsänderungen wie Entwaldung, Versiegelung oder intensive Landwirtschaft beeinflussen wiederum Bodenfeuchte, Abflussmengen und Verdunstung. Dadurch können auch Ökosysteme wie der Amazonas-Regenwald unter Druck geraten.

Politische Maßnahmen betreffen vor allem Wasserschutz, Landwirtschaft, Industrie und Stadtentwicklung. Dazu gehören Regeln zur Wasserentnahme, Schutz von Grundwasser und Feuchtgebieten, Renaturierung von Flüssen, Schwammstadt-Konzepte, Entsiegelung und eine Anpassung an häufigere Dürren, Starkregen und Überschwemmungen.

Im Alltag kann man Wasser bewusster nutzen, Regenwasser sammeln, Böden und Gärten möglichst wenig versiegeln und auf Pflanzen setzen, die an regionale Bedingungen angepasst sind. Auch der eigene Konsum spielt eine Rolle, weil viele Produkte einen hohen Wasserverbrauch in der Herstellung haben.

Neun Grenzen. Neun Perspektiven auf das Erdsystem.

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