Überladung mit neuartigen Stoffen
Ohne eine Vielzahl von Chemikalien wären die meisten Produkte heutzutage nicht möglich. Sie sind ebenso in den Insektiziden der Landwirtschaft wie in den wasserabweisenden Fasern der neuen Regenjacke, medizinischen Produkten oder Kosmetika enthalten. Weltweit sind geschätzt rund 350.000 Chemikalien auf dem Markt. Seit 1950 hat sich ihre Verwendung verfünfzigfacht. In der Vergangenheit haben Belege von negativen Folgen für die Gesundheit des Menschen oder der Ökosphäre dazu geführt, dass einige Substanzen wieder verboten wurden. Diese dürfen nicht mehr produziert und vertrieben werden. Aufgrund ihrer Langlebigkeit zirkulieren die Stoffe dennoch weiterhin oftmals in erheblicher Menge als Altlasten in den Kreisläufen. Hinzukommen immer neue künstliche Substanzen, bei denen häufig mögliche Auswirkungen und Risiken noch nicht ausreichend erforscht sind. Das Ergebnis ist ein gefährlicher Chemiecocktail mit ungewissen Folgen für den Planeten und seine Bewohner.
Die Grenze ist aktuell überschritten.
Die Grenze erkunden
In der virtuellen Ausstellung kannst du die Planetare Grenze Schritt für Schritt erkunden. Du bewegst dich durch verschiedene Räume, klickst Inhalte an und entscheidest selbst, was du dir genauer anschauen möchtest.
FAQ …
Hier beantworten wir die wichtigsten Fragen zur Planetaren Grenze neuartige Stoffe. Sie betrifft Chemikalien, Kunststoffe und andere vom Menschen eingebrachte Stoffe mit ungewissen Folgen für Mensch und Umwelt.
Was beschreibt die Planetare Grenze neuartige Stoffe?
Ohne eine Vielzahl von Chemikalien wären die meisten Produkte heutzutage nicht möglich. Sie finden sich in der Landwirtschaft, in wasserabweisenden Textilien, medizinischen Produkten, Kosmetika, Kunststoffen oder technischen Anwendungen. Problematisch ist, dass immer neue künstliche Substanzen hinzukommen, bei denen mögliche Auswirkungen und Risiken häufig noch nicht ausreichend erforscht sind.
Wie wird die Grenze gemessen?
Bei dieser Grenze geht es nicht nur um eine einzelne Substanz, sondern um die Gesamtmenge und Vielfalt neuartiger Stoffe, die in Umlauf gebracht werden. Entscheidend ist, ob ihre Risiken vorab ausreichend erforscht, bewertet und überwacht werden können. Das Konzept der Planetaren Grenzen kritisiert, dass Chemikalien häufig ohne ausreichende Tests in Umlauf gelangen und damit gegen das Vorsorgeprinzip verstoßen wird. Die Grenze ist aktuell überschritten.
Welche Folgen hat eine Überschreitung?
Das Ergebnis ist ein gefährlicher Chemiecocktail mit ungewissen Folgen für den Planeten und seine Bewohner*innen. Einige Substanzen können Gesundheit und Ökosysteme direkt schädigen. Andere sind langlebig und zirkulieren weiterhin als Altlasten in natürlichen Kreisläufen. Beispiele wie FCKW oder DDT machen deutlich, dass negative Folgen oft erst spät sichtbar werden und im schlimmsten Fall unumkehrbar sein können.
Welche Wechselwirkungen gibt es mit anderen Planetaren Grenzen?
Neuartige Stoffe können andere Erdsystemprozesse direkt oder indirekt beeinflussen. Chemikalien, Kunststoffe oder langlebige Schadstoffe können Böden, Gewässer und Meere belasten und damit die Integrität der Biosphäre gefährden. Viele dieser Stoffe wirken in komplexen Mischungen, deren Folgen noch nicht ausreichend erforscht sind. Dadurch entstehen zusätzliche Risiken für Ökosysteme, Stoffkreisläufe und die Stabilität des Erdsystems.
Was macht die Politik?
Politische Maßnahmen setzen bei Zulassung, Prüfung, Kennzeichnung und Verbot problematischer Stoffe an. Besonders wichtig ist das Vorsorgeprinzip: Bereits bei begründetem Verdacht auf schwerwiegende oder irreversible Schäden sollen vorsorgliche Maßnahmen ergriffen werden. Zusätzlich braucht es internationale Zusammenarbeit, bessere Forschung, Monitoring und wirksame Kontrollen.
Was kann man selbst tun?
Im Alltag kann man neuartige Stoffe nicht vollständig vermeiden, aber den eigenen Eintrag verringern. Hilfreich ist es, langlebige Produkte zu nutzen, unnötige Chemikalien zu vermeiden, Kosmetik und Reinigungsmittel bewusst auszuwählen, Plastikverbrauch zu reduzieren und Medikamente, Farben, Batterien oder Elektrogeräte sachgerecht zu entsorgen.
Neun Grenzen. Neun Perspektiven auf das Erdsystem.
Jede planetare Grenze erzählt etwas über das Gleichgewicht unseres Planeten. Entdecke Zusammenhänge, Risiken und Handlungsmöglichkeiten in neun Themenräumen.