Veränderung der Landnutzung

Die Planetare Grenze der veränderten Landnutzung untersucht die Auswirkungen, die mit einer Umwandlung von alten Primärwäldern in andere Formen einhergehen. Ohne die Aktivitäten des Menschen wäre ein Großteil des Planeten bewaldet. Mittlerweile hat der Mensch jedoch fast die Hälfte der globalen Landfläche transformiert. An die Stelle von Wäldern sind landwirtschaftliche Flächen, Straßen und Städte getreten. Rund 80 Prozent der gerodeten Flächen werden für die industrielle Landwirtschaft verwendet. Die verbleibenden 20 Prozent betreffen vor allem Rodungen für den Bergbau, aber auch den Bau von Siedlungen und Infrastrukturen wie bspw. Straßen oder Schienenwegen. Die verbliebenen Waldgebiete können ihre Ökosystemfunktionen nur noch eingeschränkt wahrnehmen.

Die Grenze ist aktuell überschritten.

Die Grenze erkunden

In der virtuellen Ausstellung kannst du die Planetare Grenze Schritt für Schritt erkunden. Du bewegst dich durch verschiedene Räume, klickst Inhalte an und entscheidest selbst, was du dir genauer anschauen möchtest.

FAQ …

Hier beantworten wir die wichtigsten Fragen zur Planetaren Grenze Landnutzung. Sie beschreibt, wie stark der Mensch natürliche Flächen in andere Nutzungsformen umwandelt.

Ohne die Aktivitäten des Menschen wäre ein Großteil des Planeten bewaldet. Mittlerweile hat der Mensch jedoch fast die Hälfte der globalen Landfläche transformiert. An die Stelle von Wäldern sind landwirtschaftliche Flächen, Straßen und Städte getreten. Die verbliebenen Waldgebiete können ihre Ökosystemfunktionen nur noch eingeschränkt wahrnehmen.

Die Planetare Grenze der Landnutzung wird vor allem über die verbleibende Waldfläche bestimmt. Betrachtet wird, wie stark ursprüngliche Waldflächen im Vergleich zu einem natürlichen Referenzzustand zurückgegangen sind. Dabei werden unterschiedliche Waldtypen wie tropische, gemäßigte und boreale Wälder berücksichtigt, weil sie verschiedene Funktionen für Klima, Wasserhaushalt und Biodiversität übernehmen. Die Grenze ist aktuell überschritten.

Die Umwandlung von Wäldern in landwirtschaftliche Flächen, Siedlungen oder Infrastruktur hat weitreichende Folgen. Wälder speichern Kohlenstoff, regulieren Wasserhaushalte, schützen Böden und sind Lebensraum unzähliger Arten. Werden sie zerstört oder stark verändert, verlieren sie diese Funktionen. Dadurch werden auch andere Planetare Grenzen beeinflusst, etwa Klimawandel, Süßwasser und biologische Vielfalt.

Die Veränderung der Landnutzung wirkt auf mehrere andere Planetare Grenzen ein. Wälder speichern Kohlenstoff, regulieren Wasserkreisläufe und bieten Lebensraum für unzählige Arten. Werden sie gerodet oder durch Landwirtschaft, Siedlungen und Infrastruktur ersetzt, beeinflusst das den Klimawandel, die Süßwassersysteme und die Integrität der Biosphäre.

Politische Maßnahmen betreffen vor allem Waldschutz, Raumplanung, Landwirtschaft und Lieferketten. Dazu gehören Schutzgebiete, Regeln gegen Entwaldung, nachhaltigere Forstwirtschaft, Renaturierung, Aufforstung und Vorgaben, die verhindern sollen, dass Konsum in einem Land zur Zerstörung von Wäldern in anderen Regionen führt.

Im Alltag kann man auf Produkte achten, die mit Entwaldung verbunden sein können, etwa Fleisch, Futtermittel, Palmöl, Holz, Papier oder bestimmte Importprodukte. Weniger verschwenden, langlebige Produkte nutzen, Recyclingpapier wählen und auf glaubwürdige Herkunftsnachweise achten, kann den eigenen Flächenfußabdruck verringern.

Neun Grenzen. Neun Perspektiven auf das Erdsystem.

Jede planetare Grenze erzählt etwas über das Gleichgewicht unseres Planeten. Entdecke Zusammenhänge, Risiken und Handlungsmöglichkeiten in neun Themenräumen.